Gartenarbeit – alles zu seiner Zeit
Gärtnern im Einklang mit den zehn phänologischen Jahreszeiten
Zehn Jahreszeiten?
Das klingt kompliziert. Sie sind aber ein praxisnaher Ansatz, wenn Sie im Garten anstehende Arbeiten zum richtigen Zeitpunkt erledigen wollen. Wohlbekannte Pflanzen zeigen Ihnen nämlich durch ihren Entwicklungsstand an, wie weit die Vegetation sich bereits entfaltet hat. Und Sie können sich darauf verlassen, dass etwa ein Schneeglöckchen sich nicht irrt, wenn es Ihnen mit seiner Blüte den Vorfrühling anzeigt und damit den Beginn eines neuen Gartenjahres einläutet. Dabei ist es unerheblich, ob das Schneeglöckchen seine Blüten im Januar oder März öffnet. Die phänologische Uhr hat ein anderes Zeitmaß und geht jedes Jahr anders.
Kalender der Natur
Nach dem phänologischen Kalender ist das Jahr in zehn Phasen aufgeteilt. Anfang und Ende dieser phänologischen Jahreszeiten sind - im Gegensatz zu den astronomischen oder kalendarischen Jahreszeiten - nicht auf den Tag genau festgelegt. Sie sind abhängig von Entwicklungen in der Natur, die jedes Jahr zu unterschiedlichen Terminen einsetzen.
Jeder phänologischen Jahreszeit lassen sich Zeigerpflanzen zuordnen. So beginnt der Vollfrühling mit der Apfelblüte - und die tritt jedes Jahr und in jeder Region zu unterschiedlichen Terminen auf.
Die zehn Jahreszeiten
Der Vorfrühling zeigt sich mit dem Beginn der Haselnussblüte; Märzenbecher und Schneeglöckchen öffnen ihre weißen, nickenden Blütenglocken. Das Ende wird mit der Blüte der Salweide eingeläutet.
Es folgt der Erstfrühling, der durch die gelben Blütenmassen der Forsythie, aber auch der etwas unscheinbaren Blüten der Beerensträucher, etwa der Stachelbeere, signalisiert wird. Frühblühende Obstbäume, wie Kirsche, Pflaume und Birne, aber auch Schlehe und Ahorn zeigen sich im Blütenkleid, und das Laub von Birke und Buche entfaltet sich.
Im Vollfrühling erfüllt der Duft des Flieders die Luft und die Apfelbäume bilden zartrose Wolken. Rosskastanien schmücken sich mit Blütenkerzen, Hainbuchen, aber auch Eichen entfalten ihre zartgrünen Blätter.
Der Frühsommer wird durch die cremefarbenen Teller der Holunderblüten gekennzeichnet und im Garten blüht der Türkenmohn. Wiesen und Getreidefelder erreichen einen Höhepunkt der Blüte; gegen Ende des Frühsommers erfolgt die erste Heumahd. Leider ist jetzt auch für viele Allergiker Heuschnupfen-Hochalarm.
Im Hochsommer atmen wir den weichen Duft der Lindenblüten; die ersten Johannisbeeren sind reif und der Winterroggen steht zur Ernte an.
Lilafarben erstrahlt die Heide im Spätsommer; Eberesche und frühe Sorten von Apfel und Zwetschge sind bereits reif, und die Getreideernte ist im vollen Gange. Die zweite Heumahd steht an.
Sowie die Holunderbeeren reif sind und die Herbstzeitlosen blühen, spricht man von Frühherbst. Jetzt hängen auch die Obstbäume voller Früchte und warten auf die Ernte. Zur Freude der Kinder platzen auch braun glänzende Rosskastanien aus ihrer stacheligen Umhüllung.
Erstrahlen Wälder und Gärten in den Feuerfarben der vergehenden Laubblätter, ist der Vollherbst da. Eicheln sind überall reif und fallen von den Bäumen. Spätkartoffeln stehen zur Ernte an.
Der Spätherbst leitet über zur Ruheperiode des Pflanzenwachstums. Jetzt ist die Zeit des allgemeinen Laubfalls und der Abschluss der Vegetationszeit. Die Tierwelt hält Ausschau nach Rückzugsplätzen, um dort die kalte Periode zu überstehen.
Der Winter beschließt das Jahr. Zu Beginn keimt das Wintergetreide. Doch auch jetzt zeigt sich das Leben im Garten: Schließlich blühen ja noch die Zaubernuss und die echte Christrose. Gegen Ende der Periode fängt die Hasel an zu blühen.
Gartenarbeit - was müssen Sie wann erledigen
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