Basilikata - der unbekannte Süden Italiens
Entdecken Sie kulinarische Köstlichkeiten und genießen Sie ein Stück ursprüngliches Italien.
Italien ist touristisch und kulinarisch bereits vollkommen erschlossen und jede noch so kleine Ortschaft und kulinarische Spezialität längst in ausführlichen Reiseführern und Kochbüchern aufgeführt denken Sie? Keineswegs! Im liebsten Reiseland der Deutschen gibt es immer noch etwas zu entdecken: Ganz unten im Süden liegt die Basilikata.
Einen Reiseführer im eigentlichen Sinne gibt es für diese Region Italiens nicht - dafür gibt es hier noch viel zu entdecken! Schon der Name Basilikata oder Lukanien ist sagenumwoben und alte Mythen von 1300 v. Chr. ranken sich um seine Entstehung.
Ruhig und abgeschieden genießen
Die sehr bergige Region hat keine besonders gute Verkehrsanbindung und lockt darum nicht die üblichen Scharen von Touristen an, die man sonst in Italien erwartet. Flughäfen gibt es in der Basilikata nicht, das Schienennetz ist nur spärlich ausgebaut. Grund genug, ein Stück unverfälschtes Italien zu entdecken. Die kleinste Region des Mezzogiorno, die zu 90% aus Bergen besteht, ist darum trotz ihrer Schönheit im Ausland noch kaum bekannt.
Ein Glück für alle, die auf der Suche nach Ursprünglichkeit und Ruhe sind, wie man sie an nicht mehr vielen Orten Italiens findet. Dabei bietet die Region alles, was das Urlauberherz begehrt. Sie hat Zugang zum Tyrrhenischen und zum Ionischen Meer, bietet eine wunderschöne Natur, einen erloschenen Vulkan, auf dessen Hängen die Reben für den köstlichen Rotwein Aglianico reifen und Oliven prächtig gedeihen. Aber auch sonst hat die lukanische Küche viel zu bieten. Hier finden Sie einige Beispiele, für Ihren nächsten kulinarischen Erkundungsurlaub!
Reich und arm - Region der Gegensätze
Die Region hat viel zu bieten. Den Nationalpark "Il Pollino", der so dicht und grün ist und in dem so küle Bäche fließen, dass man glatt vergessen könnte man sei in Italien. Auf der anderen Seite versetzen trockene, staubige historische Orte wie Matera, eine Stadt in Stein gemeißelt und nicht zuletzt durch Hollywoodfilme berühmt geworden, den Besucher Jahrhunderte zurück in der Zeit. Man versteht Carlo Levis "Christus kam nur bis Eboli" plötzlich sehr gut und stattet vielleicht jenem heute bekannten Agliano einen Besuch ab, in dem der Schriftsteller lange im Exil lebte und das er in seinem Roman so wunderbar beschrieben hat.
Eine Region der Gegensätze. Gegliedert in nur zwei Provinzen, Matera und Potenza, die, jede für sich, auch kulinarisch viel zu bieten haben und auf jeden Fall eine Reise wert sind! Hier zwei Tipps aus Osterie d'Italia 2010/11.
Hosteria
del Malconsiglio
Ort: Miglionico, 19 km südlich von Matera
Extramurale Castello, 32
Ruhetag: Dienstag
Tel. 0835/559941
Betriebsferien: 1.-15. September
60 Plätze
Alle Kreditkarten
Preise/Menü: 20-35€
Abends geöffnet, mittags nur gegen Vorbestellung
Anders als der Name vermuten lässt findet der Gast hier zwar keine Karte vor, der Wirt Angelo Radogna beschreibt seine Speisekarte aber gern persönlich und sie klingt wie eine Mischung aus Tradition und neuen Interpretationen.
Eine stattliche Anzahl an Antipasti aus Salumi, Caciocavallo podolico, ricotta pecorina, geräuchertem Käse, in Öl eingelegtem Gemüse uvm. - natürlich ausschließlich aus der Umgebung - stimmen die Gäste auf die regionale Küche ein. Das köstliche Olivenöl aus Miglionico veredelt darüber hinaus alle Gerichte!
Weiter geht es z.B. mit den Primi, Pappardelle di rosmarino con pancetta tesa, Spaghetti alla sangiovanino, mit einer Soße aus sonnengetrockneten Tomaten oder Strozzapreti ai funghi cardoncelli. Die Secondi und Beilagen vervollständigen den Anspruch an traditionelle Gerichte, die auf kreative Köche stoßen und runden die Hauptgänge ab. Besonders zu empfehlen sind Gnummerieddi (Rouladen aus Lammdärmen) und der Klassiker Spiedino di agnello.
Mit Cozze ai fagioli und Vongole e porcini seien nur 2 der Fischspezialitäten genannt. Schließen Sie ihr Menü unbedingt mit den traditionellen Dolci Sporcamusi oder dem typischen kleinem Mandelgebäck ab.
Im Keller ist der Aglianico del Vulture gut vertreten, aber auch der offene Hauswein, ein unverfälschter Sangiovese, ist sehr zu empfehlen.
La Baita
Ort: Abriola La Sellata, 24 km südlich von Potenza
Tel. 0971 / 722996
Ruhetag: Montag
Betriebsferien: keine
60 Plätze + 20 Plätze im Freien
Preise/Menü: 18-20€
Keine Kreditkartenzahlung möglich!
Mittags und abends geöffnet
Hier kann man sich der Illusion hingeben, in einer Hütte in den Alpen zu sitzen - aber nur bis die Gerichte an den Tisch gebracht werden, dann umwehen den Gast die Düfte der typischen mediterranen Küche.
Als Primo empfehlen sich die Strascinati con i peperoni cruschi, getrocknete Paprikaschoten, die für ein paar Sekunden in kochendes Öl geworfen und dann mit gebratenen Brotkrumen und Cacioricotta vermischt werden, und Orecchiette con sugo di cacciagione (mit Soße vom Wild). Es folgen di Secondi, unter anderem Capretto alla brace, Salsiccia und Maiale con peperoni all'aceto. Das Fleisch ist ausnahmslos von Tieren der lukanischen Weiden. Auch das Brot aus natürlichem Sauerteig, von dem der Lyriker und Stammgast Mario Truffelli sagt, dass es "nach Weizen schmeckt", sollte man probieren.
Zum Abschluss des Mahls genießt man den gute Käse der Gegend (Scamorza, Caciocavallo...) und Dolci, die die Frau des Kochs selbst herstellt.
Aus dem Vulturegebiet stammt das hervorragende Öl, das zu den Speisen gereicht wird. Ebenso der Aglianico-Hauswein der Baita (Hütte), dieses bezaubernden, gleichsam in den Wäldern des Südens verloren gegangenen Schweizer Chalet.
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