Keine Angst!

Hilfe zur Selbsthilfe: Wer mutig ist, wird frei sein

Heute ist der erste Punkt auf Ihrer Tagesordnung ein wichtiges Meeting um 9.00 Uhr. Doch der Wecker hat nicht geklingelt, der Verkehr ist mal wieder dicht und Sie sind zu spät dran. Schnell hetzen Sie mit der Aktentasche unterm Arm ins Bürogebäude. Durchs Treppenhaus in den 5. Stock? Keine Chance: Das dauert zu lange und lässt Sie ohnehin nur vollkommen verschwitzt oben ankommen. Im Bruchteil einer Sekunde entscheiden Sie sich für den Aufzug und quetschen sich noch schnell zwischen den Türen hindurch, bevor sie schließen und sich der Aufzug in Bewegung setzt. Erst jetzt bemerken Sie, dass der Fahrstuhl rappelvoll ist. Alle Menschen scheinen davon unbeeindruckt, doch Sie haben das Gefühl, dass die Wände plötzlich näherkommen. Die paar Quadratmeter werden noch kleiner. Ihre Gedanken kreisen: „Warum bin ich eigentlich in diesen vollen Aufzug gestiegen? Wie sehe ich überhaupt aus? Wird mein Termin gleich gut laufen? Hätte ich mich besser vorbereiten sollen? Und warum dauert diese unerträgliche Fahrt so lange? Ich will hier raus. Ich muss hier raus!“ Der Schweiß tritt auf Ihre Stirn, Sie fangen an zu zittern, das Herz rast ... Angst. Panikattacke!

Warum aus Angst Panik wird

Kommt Ihnen diese Situation bekannt vor? Viele Menschen leiden unter der so genannten Agoraphobie – im Volksmund auch als Platzangst bekannt. Im Auto, Flugzeug, Bus, Bahn oder Kino – immer dann, wenn sie mit größeren Menschenansammlungen in einem Raum sind, kommt die Angst. Die Folge: Der Körper wird mit mehr Sauerstoff und Stresshormonen versorgt. Das ist die natürliche Reaktion des Körpers in Gefahrensituationen: Er versetzt sich in Alarmbereitschaft und stellt sich darauf ein, entweder fliehen oder kämpfen zu müssen. Ist, wie bei der Angst im Aufzug, weder das eine noch das andere möglich, verlieren Agoraphobiker die Kontrolle über ihren Körper. Die Panikattacke ist da!

Frei von Angst und Panikattachen: Hilfe zur Selbsthilfe

Sich der Angst stellen

Treppen steigen statt Aufzug fahren, das Fahrrad statt den Bus nehmen: Viele Menschen versuchen, ihren Angstauslösern aus dem Weg zu gehen. Dabei ist genau das falsch. Stellen Sie sich Ihrer Angst und akzeptieren Sie diese! Sie müssen erleben, dass Sie durchaus dazu in der Lage sind, Ihre Angst zu bewältigen. Ihr Mut wird mit der Freiheit belohnt, sich nicht länger davon einschränken zu lassen. Wer die Fähigkeit besitzt, sich selbst zu beruhigen, hat die Chance sich von Ängsten und Phobien zu befreien.

Angstfrei in zwei Schritten

Diplom-Psychologe, Psychotherapeut und Buchautor Christian Haimerl hat dazu ein Übungsprogramm entwickelt. In „Frei von Angst und Panikattacken in zwei Schritten“ zeigt er Ihnen, wie verschiedene Ängste besiegt werden können.

Schritt 1: Hier erlenen Sie eine spezielle Atemtechnik. Mit der Tiefenatmung können Sie Ängste selbst lösen und Panikattacken verhindern.

Schritt 2: Wer die Tiefenatmung verinnerlicht hat, kann sich in Situationen wagen, die sonst Angst ausgelöst haben und die neue Technik erproben.

Stufe für Stufe: Ob beim Einkaufen oder im Aufzug – für jede Situation gibt es eine Anleitung zum Üben.

Beispielübung: Die angsteinfößende Fahrt mit dem Aufzug

Nachdem Sie die Basics mit dem Buch erlernt haben, können Sie im Fahrstuhl zum Beispiel folgende Übung durchführen:

Planen Sie Ihre erste Fahrstuhlfahrt so, dass es Ihnen machbar erscheint. Variieren können Sie bei der Fahrstuhlgröße, der Anzahl der Stockwerke oder der Fahrstuhlgäste. Bereiten Sie sich mental auf die Situation vor.

Wichtig: Hilfe durch Psychotherapie

„Ängsten und Panik liegen oft tiefere psychische Probleme zugrunde, die sich nicht einfach »wegatmen« lassen. Die Zwei-Schritte-Methode kann nicht alle psychischen Probleme beseitigen, aber sie hilft hervorragend konkret gegen die Panikattacken!“, erklärt Christian Haimerl.

Nun geht es los

  • Wenn Sie sich zum Fahrstuhl begeben, beginnen Sie mit Ihrer langsamen und bewussten Atmung, sobald Sie erste Unruhe oder Angst in sich bemerken.
  • Betreten Sie den Fahrstuhl möglichst als Letzter. Halten Sie etwas zum Lesen in der Hand. Sehen Sie nicht angsterfüllt zur Tür, sondern auf das Buch oder die Zeitschrift.
  • Denken Sie während der gesamten Zeit daran, jeweils zwei bis drei Sekunden lang bewusst langsam und tief einzuatmen – und dann ganz auszuatmen.
  • Seien Sie nicht beunruhigt, falls sich eine mittelstarke Angst einstellt. Das ist normal. Aber Sie werden jetzt spüren, dass Sie mit der Tiefenatmung die Angst im Zaum halten. Das ist das eigentliche Ziel.
  • Wenden Sie zur Not die Atembremse an.

Steigen Sie wie geplant aus, und genießen Sie die Tatsache, dass Sie dieser Situation zum ersten Mal standgehalten haben! Falls Sie sich jetzt richtig gut fühlen, fahren Sie gleich noch ein paar Stockwerke hin und her.

Hilfe aus der Natur

Wie Sie Ihrer Psyche noch auf die Sprünge helfen können? Mit natürlichen Psychopharmaka. Wussten Sie, dass Bachblüten und Heilpflanzen eine wirksame Alternative oder Ergänzung zu chemischen Psychopharmaka sein können? Aruna Meike Siewert, Heilpraktikerin und Dozentin in der naturheilkundlichen Ausbildung hat dazu ein Buch verfasst. In „Natürliche Psychopharmaka. Ganzheitliche Medizin für die Seele“ erfahren Sie, mit welchen sanften Mitteln Sie sich selbst helfen können. Siewert empfiehlt trotzdem: „Ist Angst aber Ihr ständiger Begleiter und schränkt Sie im Alltag massiv ein (...) sollten Sie professionelle Hilfe suchen.“

Natürliche Hilfen bei Angststörungen

Hilfreiche Pflanzen:

  • Kava Kava ist eine der wirkungsvollsten Pflanzen bei Angst
  • Wenn die Angst Sie sehr erschöpft: Baldrian, Hopfen, Lavendel, Passionsblume, Rosenwurz oder Taigawurzel
  • Wenn die Angst Sie depressiv macht: Johanniskraut
  • Wenn Sie sich unbeschützt fühlen: Engelwurz, Sonnenhut
Hilfreiche Pflanzen bei Angststörungen

Bach-Blüten:

  • Aspen bei eher diffusen Ängsten
  • Mimulus, wenn konkrete Ängste Sie plagen und Sie generell ängstlich sind
  • Red Chestnut bei Angst um andere
  • Cherry Plum bei der Angst durchzudrehen
  • Larch bei Angst vor Fehlentscheidungen
  • Agrimony bei Angst vor Konflikten
  • Rock Rose bei Panik
  • White Chestnut, wenn Sie an nichts anderes mehr denken können
Bach-Blüten bei Angststörungen

Mehr Infos und Übungen finden Sie in den Büchern "Frei von Angst und Panikattacken in zwei Schritten (mit DVD)" und "Natürliche Psychopharmaka".

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