Lebensmittel aus dem eigenen Garten

Weder genmanipuliert, noch mit Pestiziden behandelt, dafür aber taufrisch und lecker

Haben Sie auch die Schnauze voll von Tomaten, die nach Wasser schmecken oder Erdbeeren im Dezember? Wir schon! Deswegen nutzen wir diesen Frühling nicht nur um im Garten zu arbeiten, sondern um unser eigenes Gemüse und Ost anzubauen. Dabei hilft der Selbstversorger Wolf-Dieter Storl. Mit seinem neuaufgelegten Bestseller Mein Gartenwissen erklärt Ihnen der Experte auf was sie achten müssen, gibt Ihnen Tipps und zalhreiche Anleitungen zum Eigenanbau von Gemüse und Obst. Lassen Sie die ersten Frühlingsknospen nicht nur in Ihrem Garten sondern auch in Ihrem Mund sprießen.

Die Jahreszeiten im Garten
Einen allgemeingültigen Gartenkalender zu erstellen, ist schwierig. Am warmen Kaiserstuhl in Baden zieht der Frühling einen Monat früher ein als im kalten Allgäu. Und wenn bei uns noch Schnee liegt, wird es im Tal schon grün.
Die Angaben in diesem Buch stellen also keine absoluten Werte dar. Der Gärtner sollte sich an den Naturkalender halten, so wie er in Wald und Wiese in Erscheinung tritt, und nicht an rigide schriftliche Regeln. Hier nun eine ganz allgemein gehaltene Anleitung zu den gärtnerischen
Arbeitsgängen im Lauf des Jahres.

Früher Frühling
Für die alten Bauern und Gärtner fing der Vorfrühling mit Maria Lichtmess am 2. Februar an. Das Fest geht auf vorchristliche Zeiten zurück und war der Frühlingsgöttin geweiht. Nach altem Glauben war sie es, die umgeht und die gefrorenen Gewässer wieder zum Fließen bringt, den Saftfluss in den Bäumen anregt und die schlummernden Samen zum Keimen aufruft. In ihrer Gestalt als Freya nahm die Göttin ihren Schlüsselbund – die sonnengelb blühenden Schlüsselblumen –, um damit das Tor für den Frühling aufzuschließen. Nun fängt die Gärtnerarbeit richtig an. Sobald die Schneedecke den Boden freigibt, kann alter Mulch oder erfrorener Gründünger von den Beeten geharkt und – wenn notwendig – der Boden umgegraben und glatt gerecht werden. Nun ist es Zeit, die Beete und die Wege dazwischen auszumessen. Spinat, Frühsalat und Radieschen können unter Folien ausgesät werden, falls man sich die Mühe machen will. Man muss aber aufpassen, dass man sie an warmen Tagen abdeckt, damit sie nicht geilwüchsig werden oder gar verbrennen. Auch das Gießen darf man nicht vergessen –selbstverständlich mit einem Brausekopf auf der Gießkanne, man will die Saaten ja nicht einschlämmen. Im Vorfrühling kann man auch Stauden umpflanzen und ausdauernde Kräuter versetzen. Dabei sollte man beachten, dass man sie nicht zu dicht pflanzt – man muss sich vorstellen, wie groß sie im Sommer werden. Im März kann man meistens schon den Kasten für die Aufzucht von Jungpflanzen einrichten. Kohlarten wie Brokkoli, Blumenkohl und Rosenkohl, Salate, Lattich, Mangold, Lauch und einige Sommerblumen mwerden da hineingesät. Der Tag der heiligen Gertrud, der »ersten Gärtnerin«, am 17. März gilt als Stichtag, an dem man früher offiziell mit dem Gärtnern anfing. Wo das Klima es erlaubt, kann man am Gertrudentag schon mit den ersten Freilandaussaaten anfangen. Der alte Gärtnerspruch lässt uns wissen: »Wer dicke Erbsen und Möhren will essen, darf Sankt Gertrud nicht vergessen.« Puffbohnen (Favabohnen) und Erbsen, Zwiebeln und Schalotten können jetzt gesteckt werden, Lauch- oder Porree-Setzlinge werden gepflanzt. Bei den Lauchsetzlingen sollte man die Spitzen einige Zentimeter kupieren und die Wurzeln auf 3 Zentimeter stutzen, das schadet ihnen nicht, und auf diese Weise lassen sich die Jungpflanzen mit dem Pflanzholz leichter in den Boden setzen. Auch Topinambur, Japanischer Knollenziest und mehrjährige Stauden wie Meerrettich, Kermesbeere, Rhabarber und Beinwell können gesetzt werden. Für die Iren ist der 17. März der Tag ihres Nationalheiligen, des heiligen Patrick; an diesem Tag werden in Irland und auch vielerorts in Amerika die ersten  Kartoffeln gepflanzt. Das Erdbeerbeet sollte nun gründlich gereinigt, mit altem Kompost gedüngt und mit Stroh zwischen den Reihen versehen werden. Da das helle Stroh kühlt, benutzen manche Gärtner schwarze Folie, die mehr Wärme anzieht, um eine frühere Beerenernte zu haben.

Karotten


Vollfrühling
Die Sonne steigt höher – vom Tierkreiszeichen der Fische in den Widder. Das Gras auf der Weide schießt in die Höhe, und das Blühen nimmt zu. Für den Gemüsegärtner gehen die im März begonnenen Arbeiten auf Hochtouren weiter. Die Zöglinge im Mistbeetkasten und im Saatbeet bedürfen guter Pflege (Ausdünnen, Jäten, Bewässern, Pikieren; auch Lüften, wenn es zu warm ist, und Zudecken, wenn Frostgefahr besteht). Im warmen Mistbeet wachsen die Setzlinge heran, die erst nach den frostfreien Tagen in ihre vorgesehenen Beete kommen. Ins Freiland werden weiterhin gesät: Karotten, Pflücksalat, Chicorée, Rote Bete, Mangold, Sommerrettich. Knollensellerie und Gemüsefenchel können zwar leichten Frost vertragen, bilden dann aber keine fleischigen Knollen, sondern schießen eher in die Blüte. Deshalb pflanzt man die Setzlinge auch erst nach den Eisheiligen ins Freiland.

Erste Freilandsaaten im März
• Feldsalat  • Kohlrübe • Gartenkresse  • Mairüben
• Gartenlöwenzahn  • Pastinaken  • Gartenmelde
• Petersilie • Gartensauerampfer  • Radieschen
• Haferwurzel  • Rote Bete • Karotten  • Speiserübe
• Kerbelrübe  • Wurzelpetersilie • Kohlrabi

Setzlinge im Mistbeet
• Abelmosch (Okra) • Paprika • Aubergine (Eierfrucht)
• Peperoni • Gurken • Tomaten • Malabarspinat
• Zucchini • Neuseeländer Spinat

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