Das perfekte Leinentraining für den Freilauf

Praxistipps vom Hundeprofi Günther Bloch

Wer möchte, dass sein Hund hört, kommt um ein gutes Leinentraining nicht herum. Wie einfach das in vier Schritten funktioniert, verrät dir der international bekannte Hundeexperte und Bestsellerautor Günther Bloch in vier Übungen.

Kaum jemand verfügt über mehr Hundewissen als Kenner Günther Bloch.
Um das Sozialverhalten der Vierbeiner verstehen zu können, haben sich die Beobachtungen des Hundeforschers bis heute als essenziell erwiesen. In seinem Buch »Mein Hundewissen« verrät er nun seine ganz persönlichen Geheimnisse für eine harmonische Mensch-Hund-Beziehung, wie er selbst zum Hundemenschen wurde und was du daraus lernen kannst – kurzweilig und unverblümt erzählt und mit aufschlussreichen Anekdoten versehen.

Auch wenn Günther Blochs Buch kein Ratgeber für Hundeerziehung ist, enthält es doch jede Menge Tipps und Tricks. Es ist ein charmanter Leitfaden für ein zufriedenes Miteinander von Mensch und Hund. Ein Muss für jeden Hundeliebhaber!

Günther Bloch

Hilfe vom Hundeprofi

Du möchtest einen Eindruck davon bekommen, wie Günther Bloch das Thema Hundeerziehung in Angriff nimmt? Hier kommt als kleiner Vorgeschmack auf das Buch eine praktische Übungsanleitung zum Leinentraining für den anschließenden Freilauf. »Mein Hundewissen« kannst du direkt bei uns im Shop bestellen.

Praktische Übungsanleitung zur »Schäfer-Führungsinitiative«

Die Übungen eins und zwei sind grundsätzlich in einem möglichst ruhigen Umfeld mit wenig Ablenkung durchzuführen. Sinn und Zweck der ersten Übung ist, dass die Führungsperson Mensch ruhig und aktiv die Laufrichtung bestimmt und möglichem Aufmerksamkeitsverhalten des Hundes wie Fiepsen, Bellen oder Anspringen zwischenzeitlich keinerlei Beachtung schenkt. Sinn und Zweck der zweiten Übung ist es, dass die Führungsperson Mensch nur auf selbständig erlernte ruhige Gangart mit dem Hund kommunikativ in Kontakt tritt.

1. Die erste Übung beginnt damit, mit dem über eine maximal ein bis zwei Meter lange Leine verbundenen Hund kommentarlos und ohne jeglichen Blickkontakt von einem zuvor ausgesuchten Punkt A zu einem ebenfalls schon vorher festgelegten Punkt B zu gehen. Die Punkte A und B sollten maximal 40 bis 50 Meter voneinander entfernt liegen.
Es ist anfangs völlig egal, ob der Hund nach vorne prescht oder nicht. Wichtig ist nur, mindestens dreimal hintereinander ruhigen Schrittes unter Verzicht jeglicher Kommunikation mit ihm und einfach zwischen den Punkten A und B hin und her zu gehen. Sowohl an Punkt A als auch an Punkt B ist mit Blick auf eine Uhr genau darauf zu achten, mindestens eine Minute ruhig stehen zu bleiben. Auch in dieser Zeit ist auf jegliche Kommunikation mit dem Hund zu verzichten, egal ob er fiepst, bellt oder den regungslos dastehenden Menschen anspringt.

2. Nachdem Übung 1 mindestens eine ganze Woche jeweils rund fünfmal pro Tag in Ruhe durchgeführt wurde, achtet man von nun an darauf, dass der Hund an der locker durchhängenden Führleine neben seinem Besitzer herläuft. Tut er dieses nicht, wechselt man sofort die Laufrichtung. Läuft der Hund in ruhiger Gangart locker neben einem her, bleibt man unaufgeregt stehen, fordert den Hund nur ein einziges Mal mit einem freundlichen »Guck mal hier« zum Blickkontakt auf und wartet danach solange ruhig ab, bis er sich selbständig hinsetzt. Tut er das nicht, wiederholt man das ganze Prozedere so lange, bis ein lockeres Leinengehen mit zwischenzeitlich ruhigem Stehenbleiben und einem einmaligen »Guck mal hier« zu einem selbständigen Hinsetzen des Hundes führt. Setzt sich der Hund selbständig hin, erhält er eine Belohnung in Form einer kurzen Liebkosung oder eines Leckerchens.

Auch die Übungen 3 und 4 sind grundsätzlich in einem möglichst ruhigen Umfeld mit wenig Ablenkungspotenzial durchzuführen. Sinn und Zweck der dritten Übung ist es, dass die Führungsperson Mensch aktiv die Laufrichtung bestimmt. Völlig unabhängig dessen, welche Laufrichtung der Hund zuvor eingeschlagen hat. Sinn und Zweck der vierten Übung ist, dass der Hund lernt, zwecks Orientierung im entscheidenden Moment Blickkontakt zur Führungsperson Mensch aufzunehmen.

3. Nachdem Übung 2 ebenfalls wieder mindestens eine komplette Woche lang rund fünfmal pro Tag unter genauer Beibehaltung des Übungsablaufs durchgeführt worden ist, befestigt man eine zehn Meter lange Leine am Halsband des Hundes und sucht ganz gezielt eine Weggabelung auf. Egal, ob der Hund nach links oder nach rechts läuft: Sein Besitzer geht ruhig und kommentarlos in die entgegengesetzte Richtung. Läuft der Hund bereits höchst aufmerksam an der locker durchhängenden Leine neben seinem Besitzer her, umso besser.

4. Nachdem auch Übung 3 wieder mindestens eine ganze Woche lang rund dreimal am Tag während regelmäßiger Spaziergänge einschließlich eines raschen Richtungswechsels des Besitzers an jeder sich bietenden Wegkreuzung durchgeführt wurde, gilt es nun zu überprüfen, ob der Hund vor jeder Weggabelung und vor jedem Richtungswechsel des Besitzers selbständig Blickkontakt aufnimmt. Erfahrungsgemäß ist eine solche Verhaltensreaktion in über 90 Prozent der Fälle typisch. Sollte der Hund partout keinen Blickkontakt aufnehmen (und nur dann!), führt der Besitzer weiterhin wie gehabt jeden seiner Richtungswechsel an Wegkreuzungen durch und lockt den Hund erst anschließend mit einem einmaligen »Guck mal hier« (= Belohnung).

Mein Hundewissen

Günther Bloch, der Experte der Canidenforschung, nimmt den Leser mit auf eine unterhaltsame Reise in sein Leben und zeigt wie er zu seinem tiefen Hundewissen kam. Bis heute sind seine Beobachtungen von Straßenhunden und freilebenden Wölfen essentiell zum Verständnis des Sozialverhaltens von Hunden. Doch dieses enorme Wissen und Verständnis der Hunde hat sich auch ein Günther Bloch nicht von heute auf morgen angeeignet. In diesem Buch erzählt er kurzweilig und unverblümt – eben unnachahmlich Bloch - von seinen eigenen Erfahrungen auf diesem Weg. Der Leser erfährt, warum Bloch trotz seiner freiheitsliebenden 68er-Zeit von einer Laissez-faire-Hundeerziehung nichts hält, welche Menschen seine heutigen Ansichten prägten und wie eine echte gute Mensch-Hund-Beziehung aussieht. Zudem verrät er anhand konkreter Praxistipps wie der eigene Umgang mit dem Hund verbessert werden kann. Folgen Sie Günther Bloch und werden auch Sie ein Hundemensch durch und durch!
Mein Hundewissen
19,99