Das grüne Wunder

Mit Ina Sperl das geheime Zusammenspiel im Garten entdecken

Hast du einen eigenen Garten, einen Schrebergarten oder harkst, säst und jätest du auf einem Stück Gemeinschaftsfläche? Egal, wenn in deinen Adern grünes Blut fließt, dann weißt du, wie sich die Natur im Laufe des Jahres verändert.

Überleg mal: Was siehst du, wenn du im Frühling in deinen Garten blickst? Natürlich Blüten in allen Farbe! Forsythien und Narzissen blühen gelb, Küchenschellen rosa,Tulpen in vielen Farben.

Die gartenbegeisterte Journalistin Ina Sperl, Autorin unseres Ratgebers Das grüne Wunder, schwärmt: „Buschwindröschen bilden weiße Teppiche und Obstbäume verwandeln sich in zarte Wolken, wenn sie ihre Knospen öffnen. Beerensträucher und Birken bekommen im Erstfrühling Blätter, etwas später folgen Rosskastanien, Ahorn und Linden.

Wenn du genau hinschaust, entdeckst du natürlich auch ungebetene Kräuter im Gemüsebeet. Und nun sind auch die ersten Bienen, Erdkröten und vielleicht Borkenkäfer unterwegs. Manches siehst du jedoch nicht: Etwa die Saftmale, die die ersten Bienen in Blüten locken. Die ätherischen Öle, die die Luft mit Düften erfüllen oder Pflanzenzellen, die sich teilen. Sperl bringt dir auch all diese Aspekte näher. So entdeckst du: Dein Garten ist voller Leben!


Die verborgenen Zusammenhänge

Sperl hat genau hingeschaut, denn es gibt so viele Zusammenhänge, die sich kaum erahnen lassen. Weißt du, was zum Beispiel die Ameise mit der Bläulings-Raupe macht? Das grüne Wunder bringt ein wenig Licht ins Dunkel. Was ist im Frühsommer im Garten zu sehen, und was genau geschieht im Spätherbst? Warum hat der Krokus einen kurzen Stängel, wo kommen von einem Tag auf den anderen die ganzen Blattläuse her, und wohin verschwindet eigentlich das Herbstlaub?

Das grüne Wunder
Biosphoto

So locken Pflanzen Insekten an

„Pflanzen stellen in ihren Zellen ätherische Öle her, die spezielle Dufststoffe wie Cumarine oder Amine enthalten. Sie werden nach und nach von der Blüte abgegeben und verflüchtigen sich in der Luft. Der so entstehende Duft bringt die Bestäuber auf die richtige Fährte.“

Das grüne Wunder entschlüsselt viel Wissenswertes und Überraschendes:

Seite für Seite wirst du zum echten Gartenexperten!



365 Tage in deinem Garten

  • Unser Buch führt dich durch das ganze Jahr. Von den ersten Hamamelisblüten bis zur letzten Hagebutte, vom hungrigen Zitronenfalter bis zum Igel im Winterschlaf.
  • Die Kapitel sind nach dem phänologischen Kalender eingeteilt, das heißt nach den Vorgängen, die gerade im Garten passieren: Knospen, die sich öffnen, Früchte, die reifen, und Laub, das fällt.
  • Auf vielen Seiten begegnen wir Begleitern wie der Dunklen Erdhummel und erfahren, was sie im Lauf des Jahres so treibt.
Das grüne Wunder
Maria Mosolova
Das grüne Wunder
(c) Biosphoto

Die Erdhummel im Spätsommer

"Plumpe Hummeln sind zu sehen, die meist kurz über dem Erdboden immer wieder bestimmte Strecken abfliegen: Die Drohnen sind unterwegs – Männchen, die auf der Suche nach einer Partnerin sind. Sie geben Pheromone ab, mit denen sie Weibchen anlocken."

Entdecke Ursache und Wirkung

„Im Garten geschieht kaum etwas, das keine Auswirkung auf das gesamte System hat“, gibt Ina Sperl zu bedenken. „Fast alles hängt zusammen, ist Ursache oder Wirkung.“ Das Stückchen Land, um das wir uns kümmern, ist ja Teil der Umwelt – der Landschaft oder der Stadt, in der es liegt. Sperl sagt: „Es kommen jede Menge Einflüsse von außen, aber jeder einzelne Garten hat auch eine kleine, nichtsdestoweniger entscheidende Rolle darin.“

Nur wer sowohl die Gesetze der Natur als auch menschengemachte Einflüsse kennt, kann einen Beitrag zum Schutz des Ökosystems leisten. Sperl hat daher mit Experten zusammengearbeitet, die komplizierte Vorgänge leicht verständlich schildern:


Experten-Tipp

Eine Zelle ist für das gesamte Wachstum einer Pflanze verantwortlich. In jeder Knospe oder Triebspitze, in jedem Samen, in jeder Blumenzwiebel gibt es eine Scheitelzelle oder einen Vegetationskegel, der unter dem Mikroskop wie ein winzig kleiner Zuckerkegel aussieht. Algen, Moose und Farnpflanzen haben oben eine Scheitelzelle.

Diese eine Zelle macht das gesamte Wachstum einer Pflanze aus! Samenpflanzen haben dagegen ein meristematisches, das heißt teilungsfähiges Gewebe. Dieses teilt sich und sondert weitere Zellen ab, bleibt aber immer oben an der Spitze.

Es gibt verschiedene Wachstumsarten. Beim Breitenwachstum wird der Spross dicker: Die Zellen teilen sich von oben nach unten, aus einer werden zwei, sie füllen sich mit Flüssigkeit und dehnen sich aus. Für das Längenwachstum teilen sich die Zellen meist nicht, sondern sie verlängern sich einfach.

Das kann sehr schnell gehen: Ein Zentimeter Gewebe kann am nächsten Morgen schon viermal so lang sein. Teilungsfähige Zellen hält die Pflanze im ganzen Körper vor, zum Beispiel die »schlafenden Augen«. Deswegen können wir Gehölze auch zurückschneiden: Sie treiben einfach wieder aus.

Theoretisch ist das Wachstum von Pflanzen unendlich. Eine Geranie zum Beispiel können Sie immer wieder durch Stecklinge verjüngen, bis zum Ende aller Zeit. In der passenden Umgebung lässt sich teilungsfähiges Gewebe immer wieder verjüngen. Das macht die Pflanze quasi unsterblich.

Dr. Patrick Knopf, Vizepräsident im Verband Botanischer Gärten e.V.

Das grüne Wunder
Blickwinkel

Wertschätze das Kleinste!

Das Risiko der Umweltzerstörung, der Rückgang der Artenvielfalt sind große Themen unserer Zeit. Ina Sperl macht Gärtnern Mut: Jeder kann im Kleinen etwas tun, um einen sinnvollen Beitrag zum Schutz von Flora und Fauna zu leisten. „Hinschauen“, mahnt sie, „Aufmerksam betrachten, was da im Garten vorgeht.“ Beobachte doch mal die Glühwürmchen (Foto links), die von Mitte Mai bis Ende Juli auf Paarungssuche sind.

Wenn du erst den Blick für Details entwickelst, wirst du schnell den großen Schatz erkennen: Etwa den Wert, den selbst Winziges wie das Ei eines Schmetterlings hat.


Dein Beitrag für die Umwelt

Alles hat seinen Platz und seine Aufgabe in dem Gefüge, das sich über Jahrtausende entwickelt hat und funktioniert. Wenn du das weiß und erkennst, kannst du besser entscheiden, was du in deinem Garten tun willst.

Wo willst du eingreifen? Wo könntest du eigene Vorstellungen zurückstellen?

Auch wenn die Brennnessel nicht zu deinen Lieblingsgewächsen gehört, kann sie in einer Gartenecke leben und dort Nahrung für Schmetterlingsraupen bieten. Ina Sperl zeigt: Möglichkeiten gibt es viele.

Es lohnt sich. Denn selbst wenn es nur ein bisschen ist, meint unsere Autorin: „Wenn viele etwas tun, kann das schon eine ganze Menge bewirken!“


Garten-Autorin Ina Sperl

Das grüne Wunder
  • aufgewachsen in einem riesigen Garten, in dem es alles gab: Birken, Rosen, Rasen,Äpfel, Pflaumen, Birnen, Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Stachelbeeren, Kartoffeln, Möhren, Salat, Amseln, Kaninchen und Schnecken.
  • Begeisterung für Gärten und das Gärtnern: seit 2001 Gärtnern auf Kölner Balkons, 2011 erste „Feld“-Versuche, seit 2013 eigener Garten
  • Studium der Kunstgeschichte und Ethnologie in Aachen, Münster, Manchester/UK und Leiden/NL, Abschluss Magistra Artium, Westfälische Wilhelms-Universität Münster 1996
  • seit 1999 Journalistin. Sperl schreibt für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und für den Westdeutschen Rundfunk, für Magazine wie Gartenpraxis, Gartendesign Inspiration, Gardens Illustrated, Kölner Stadt-Anzeiger sowie Buchprojekte

In diesem reich und wunderschön illustrierten Buch nimmt uns Ina Sperl mit auf die Reise in ein grünes Wunder, in dem sich das ganze Jahr über die erstaunlichsten Dinge ereignen.

Entdecke das faszinierende Zusammenspiel zwischen dem Leben im Boden, der Pflanzen- und Tierwelt in deinem eigenen Garten.

Schaue gleich in unsere Leseprobe und laß dich  inspirieren!

Das grüne Wunder
Lindenthaler
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