Mit einer aktiv-dynamischen, individuellen Sitzweise lässt sich Verspannungen, Schmerzen aber auch Haltungsschäden entgegenwirken. Zum Beispiel mit dieser Übung.

Aus dem Buch Fitness für Vielsitzer

Aus dem Buch Fitness für Vielsitzer

Lernen Sie nun bei Überlastung durch Vielsitzen intuitiv eine entgegengesetzte Position einzunehmen, sozusagen als Ausgleich. Wie lang so eine Spiegelposition gehalten werden soll, lässt sich schwer angeben, denn das Bedürfnis zu wechseln kann in punkto Dauer und Intensität bei jedem Menschen sehr unterschiedlich ausfallen. Auch hier kommt es darauf an, ein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt zu entwickeln – doch bereits wenige Sekunden haben oft schon eine erstaunliche Wirkung. Ziel der Spiegelpositionen ist es, Bänder, Sehnen und Muskeln entlang der Wirbelsäule, Becken- und Bauchmuskulatur, die Beine, ja den gesamten Organismus zu entlasten und besser zu durchbluten. Und auch den Bandscheiben kommen Spiegelpositionen zugute, indem lang anhaltender Druck nun in entgegengesetzter Richtung ausgeübt wird. Beim Begriff Spiegelbild sind wir an einem wichtigen Punkt des dynamischen Sitzens angekommen: den asymmetrischen Positionen und Haltungen. Asymmetrische Haltungen haben den großen Vorteil, dass sie sich in ihr Gegenbild umkehren lassen. Dadurch kann man Einseitigkeit entgegenwirken und fördert gleichzeitig Bewegung, denn der Wechsel von einer Haltung in ihr Spiegelbild ist Bewegung! Es gibt unzählige Spiegelpositionen. Werden Sie kreativ und entwickeln Sie eigene Positionen, die genau auf Ihre Bedürfnisse und die konkrete Situation zugeschnitten sind.

Palme

WIRKUNG: Durch das Beugen und Neigen werden Rücken, Schultern und Nacken wieder frei – Das Strecken und Spreizen der Finger wirkt den häufig überbetonten Beugefunktionen der Hand bei Schreibtischtätigkeiten entgegen

  1. Beide Hände werden über den Kopf gehalten, wobei zwischen den Fingerspitzen noch ungefähr so viel Platz ist, dass ein Ball hinein- passen könnte [ 1 ] .
  2. Beugen Sie beide Hände so, dass eine Dehnung entsteht und beide Handflächen parallel zueinanderstehen. Strecken und spreizen Sie die Finger wie Palmblätter und ziehen Sie die Ellbogen sanft nach hinten [ 2 ] .
  3. Neigen Sie den gesamten Oberkörper nach links und anschließend nach rechts und verweilen Sie auf jeder Seite einige Sekunden [ 3 ] .
  4. Anschließend beugen Sie sich vor und zurück, wobei Sie auch hier jeweils in den Spiegelpositionen kurz verweilen.
  5. Sie können die Wirkung noch verstärken, indem Sie auch Ihren Kopf mit einbeziehen und entsprechend neigen.