Yoga für Körper, Geist und Seele

Entspannende Übung für den Alltag

Bist du ein Yogafan und möchtest du noch tiefer in die Welt des Yoga einsteigen? Das Buch Yoga für Fortgeschrittene bietet detaillierte Beschreibungen der Asanas, fundiertes anatomisches Wissen, wichtige Informationen über körperliche und psychische Wirkungen der Yoga-Übungen sowie inspirierende Texte zur Symbolik und Mythologie. Die Autoren sind die bekannte Yoga-Trainerin Anna Trökes und der Arzt und Asthanga-Yoga-Spezialist Dr. med. Ronald Steiner.

Wir möchten Ihnen ein Asana aus dem Buch ausführlich vorstellen. Die Übung wird als „Der Berg – Tadasana“ bezeichnet. Tadasana ist die Haltung des aufrechten Stands auf beiden Beinen. Dieses Asana ist die Ausgangsposition für fast alle Standhaltungen des Yoga.

Symbolik und Mythologie der Übung

Der Berg hat seit frühester Zeit in allen Kulturen Symbolkraft. In Indien gelten Berge – und zwar insbesondere die Berge des Himalaya – als die Wohnstatt der Götter. Berge sind in der indischen Kultur heilige Orte, zu denen von jeher gepilgert wird. Deshalb steht auch jeder Hindutempel auf einem Berg oder bildet einen Berg nach, denn er muss immer über etliche Stufen erklommen werden.

Diese Erfahrungen vermittelt die Tadasana Berg Übung

Wenn wir lernen, in Tadasana mit beiden Füßen fest gegründet auf dem Boden der Tatsachen zu stehen, beginnen wir, uns in unserem Leben zu verwurzeln. Wir beginnen das Leben so anzunehmen, wie es ist, und schließen Frieden mit den Bedingungen und Herausforderungen unseres Daseins. Schließlich kann ja auch der Berg nicht wählen, wo er stehen möchte, sondern ruht fest in der Erde, aus der heraus er sich in den Himmel erhebt. Die Haltung des Berges lässt uns Standfestigkeit und Standhaftigkeit erfahren: fest in uns gegründet, in uns ruhend, unerschütterlich, ruhig und stabil.

Außerdem verbessert die Berg Yoga-Übung Ihre Körperhaltung und entlastet durch das bewusste Stehen auf beiden Beinen die Gelenke zwischen Kreuzbein und Darmbein und damit den unteren Rücken und die Hüftgelenke.

Durchführung der Tadasana Berghaltung

1. Kommen Sie in die Standhaltung. Stellen Sie Ihre Füße parallel nebeneinander mit so viel Abstand, dass Ihre Faust zwischen den beiden Großzehballen exakt Platz hat. Achten Sie dabei darauf, dass Ihre zweite Zehe gerade nach vorne weist. Zwischen Ihren Fersen ist daher ein etwa zwei Fingerbreit größerer Abstand.

2. Richten Sie Ihre Kniescheiben gerade nach vorn aus. Beugen Sie Ihre Kniegelenke ein wenig an, sodass die Beine gerade, aber die Gelenke nicht eingerastet oder überstreckt sind. Ziehen Sie mit der Ausatmung Ihre Leisten etwas nach hinten, und richten Sie auf diese Weise Ihre Sprunggelenke, Knie und Hüftknochen senkrecht übereinander aus.

3. Lassen Sie einatmend Ihre Wirbelsäule nach oben wachsen, so dass sich nun auch Ihre Schädeldecke senkrecht über der nach oben strebenden vertikalen Körperachse befindet. Lassen Sie ausatmend Ihren Nacken locker und Ihre Schultern entspannt zur Seite und etwas nach hinten sinken. Bringen Sie so auch Ihre Schultergelenke in eine Ebene über die Sprunggelenke, Knie und Hüftknochen.

4. Schließen Sie die Aufrichtung Ihres Körpers bis hoch zum Scheitel ab, indem Sie sich vorstellen, dass die Mitte Ihres Kopfes auf Ihrer Halswirbelsäule nach oben „schwimmt“. Drehen Sie mit der Einatmung Ihre Oberarme nach außen, sodass Ihre Ellenbeugen nach vorn weisen. Lassen Sie jedoch ausatmend Ihre Hände mit den Handflächen nach innen locker nach unten hängen.

5. Finden Sie auf diese Wiese Ihre optimale Balance, und verweilen Sie so einige Atemzüge lang. Achten Sie darauf, trotz Ihres hohen Grades an Achtsamkeit innerlich entspannt und gelöst zu bleiben.

Frau im Yogasitz

Die Welt des Yoga erkunden

Achtsam und bewusst statt akrobatisch und nur an der äußeren Form einer Übung orientiert, ist der Grundgedanke hinter dem Buch Yoga für Fortgeschrittene. Zwar enthält das Buch auch anspruchsvolle Asanas, doch diesen kann man sich umsichtig nähern. Dabei hilft die ausführliche Erklärung der anatomischen Zusammenhänge im Körper. Indem Sie zusätzlich die einer Übung zugrunde liegende verbundene Symbolik und Mythologie kennenlernen, gewinnen Sie ein tieferes Verständnis der Übungen, besonders auf der geistig-seelischen Ebene.

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