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Darm

Der Sitz unseres Immunsystems

Unser Darm ist der Sitz des Mikrobioms, unseres Immunsystems; er gilt als Schlüssel für unsere Gesundheit und unser psychisches Wohlbefinden.

Lange galt der Darm als ein Organ, über das man eher nicht spricht. Auch ein Gang zum Gastroenterologen ist selten ein bevorzugtes Gesprächsthema. Aber gerade der Darm hat in den letzten Jahren für Furore in der Medizin und in den Medien gesorgt: Mit dem neu gewonnen Wissen über dieses ca. 8 Meter lange Organ, das aus der zugeführten Nahrung alle lebensnotwendigen Bau- und Nährstoffe für den menschlichen Körper erstellt, setzt der Darm neue Akzente in der Forschung. Besonders seine Besiedelung aus Bakterien, Hefen und Viren – allesamt unerlässlich – als Darmflora oder heute eher als Mikrobiom bezeichnet (mikrobiota = „kleines Leben“) sind Ausgangspunkt zahlreicher Untersuchungen und Studien. So weiß man heute, dass das Mikrobiom u.a. im Körper für folgende Funktionen verantwortlich ist, beziehungsweise mit beeinflusst:

  • es reguliert den Energiehaushaushalt über das Herz-Kreislauf-System;
  • es stärkt maßgeblich die Immunabwehr;
  • es reguliert die Gewichtszunahme mit;
  • ist ein Mikrobiom gestört bzw. nicht voll funktionsfähig, so hat das Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel, ist bei Krankheiten wie Diabetes, Krebs Alzheimer und Parkinson mit beteiligt.

Darm und Gehirn – eine ungeahnte Verbindung

Darm-Hirn-Achse

Auch die mittlerweile bekannt gewordene Darm-Hirn-Achse, also der Einfluss der Darmgesundheit auf unsere Psyche, mag für viele irritierend sein, ist aber Fokus zahlreicher Untersuchungen und Langzeitstudien. Der sogenannte Vagus-Nerv führt aus dem Darm in das Gehirn. Mittels Botenstoffe gibt es hier einen direkten Austausch zwischen diesen beiden Organen.

Die differenzierten Untersuchungen und Ursachen-Forschungen diverser chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen, CED genannt, und ganz allgemein gestörter Darmbewegungen werden heute unter diesen neuen Gesichtspunkten anders bewertet, als noch vor Jahren. Nicht nur die Behandlungen sind entsprechend angepasst, auch das Thema Darm in all seinen Facetten erfährt eine Enttabuisierung.

Darm – mehr als unser Verdauungsorgan

Hört man das Wort Darm, denkt ein jeder sofort an Verdauung. Und das weniger appetitliche finish auf der Toilette. Aber eigentlich ist der Gang der Nahrung über die Mundhöhle, durch die Speiseröhre, in den Magen hinein und von dort erst in den Dünndarm und dann in den Dickdarm ein so hoch entwickelter Weg der Verwertung, dass man nur staunen kann.

Diese Nahrungsverwertung durch unseren Körper mit seinen einzelnen, genau aufeinander abgestimmten Stationen erhält unseren Organismus am Leben. Gibt es an irgendeiner Stelle eine Störung, und seien es auch nur kleine Magen-Darm-Probleme, dann reagiert der Körper sofort: Entweder mit unangenehmem Durchfall oder Verstopfung, oder aber sogar mit heftigen Bauchschmerzen. Wer schon einmal eine Schleimhaut-Entzündung im Magen hatte, kennt diese Form von Bauchschmerzen, die auch härtere Naturen freiwillig zum Arzt gehen lassen. Aber schon die genannten unspektakuläre Beschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung beeinträchtigen das Wohlbefinde ganz ungemein.

Reizdarm, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Diese drei gelten heute als die am häufigsten auftretenden, ernsthaften chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), natürlich mit Variationen. Und natürlich gibt es eine Vielzahl weiterer Erkrankungen im Darmbereich. Die Diagnose und Behandlung gehört unbedingt in die Hand eines Arztes/einer Ärztin – erst der fachliche Befund kann die Diagnose serös stellen, eventuelle Ursachen ermitteln und eine entsprechende Therapie einleiten. Dabei kann die Gabe von Medikamenten, sollte die Erkrankung akut sein, durchaus üblich sein.

Reizdarm

Man geht davon aus, dass ca. 15 Prozent der erwachsenen Menschen Reizdarm-Probleme haben. Frauen sind genetisch bedingt davon in einem Verhältnis 3:1 häufiger betroffen als Männer. Symptome für einen Reizdarm können unterschiedlich sein: Blähungen, Durchfall oder Verstopfungen gehen oftmals mit heftigen Bauchschmerzen und Bauchkrämpfen einher. Und bei dem Betroffenen wiederholen sich die Symptome regelmäßig alle paar Wochen.

Ein Reizdarmsyndrom gehört in die Hände eines Arztes. Dieser klärt ab, zumeist mit einem bildgebenden Verfahren, also einer Spiegelung, und einem Stuhltest ob es sich dabei um besagte Diagnose handelt. Oftmals gilt Stress als Ursache Nr. 1 für ein Reizdarmsyndrom, parallel einhergehend mit einer ungesunden Ernährung. Für viele Ärzte ist ein Reizdarm eine Erkrankungen unserer heutigen Zeit. Begleitend von einer oft einseitiger ungesunder Ernährung, unregelmäßiger und hektischer Nahrungsaufnahme und deutlich zu wenig Bewegung, sagt dann unser hoch sensibles Organ: Es reicht. Und quält mit Bauchschmerzen.

Reizdarm
Darm Bakterienarten

Und was versteht man unter Sibo?

Sibo – small intestinal bacterial overgrowth – steht für eine Fehlbesiedelung von Bakterien im Dünndarm. Wie gesagt, unser Mikrobiom ist ein Zusammenschluss aus den verschiedensten Bakterien, ohne die wir gar nicht leben könnten. Passiert aber folgendes, dass – als Begleiterscheinung von unausgewogenen Diäten oder einem Zuviel an Stress – Bakterien aus dem Dickdarm in den Dünndarm wandern, spricht man von Sibo. Die Bakterien, sonst so nützliche Helfer, sind in einer Art Hungerkrise und besiedeln dann, um Nahrung zu finden, den Dünndarm. Die Folge solcher bakterieller Verschiebungen im Darm ist oftmals ein Reizdarmsyndrom.

Morbus Crohn

Morbus Crohn gehört – wie Colitis ulcerosa – zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Der Verlauf kommt zumeist schubweise und geht mit Symptomen wie akutem Durchfall, heftigen Bauchschmerzen, manchmal sogar Fieber und Müdigkeit einher. Morbus Crohn gilt – leider – als nicht heilbar. Aber mit entsprechenden Medikamenten und einer angepassten Lebensführung kann man diese Krankheit in den Griff bekommen. Morbus Crohn gehört natürlich unbedingt in die Hände eines Gastroenterologen; auch hier gelten die für den Reizdarm aufgeführten begleitenden Maßnahmen.

Colitis ulcerosa

Auch bei dieser Erkrankung – ebenfalls nicht heilbar – handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED), die im Dickdarm angesiedelt ist und dort die Darmschleimhaut betrifft. Zumeist geht diese Art der Entzündung vom Mastdarm aus, kann aber den gesamten Dickdarm-Bereich befallen. Neben Bauchkrämpfen leiden Patienten mit Colitis ulcerosa an schmerzhaften und sehr häufigen Durchfällen. Zumeist werden die Schübe von hohem Fieber begleitet. Wie auch bei Morbus Crohn muss Colitis ulcerosa unbedingt von einem Facharzt diagnostiziert und mit Medikamenten behandelt werden. Bei schweren Fällen sind sogar operative Maßnahmen erforderlich.

Sowohl bei Morbus Crohn, als auch bei Colitis ulcerosa sind die Ursachen nach wie vor nicht ganz klar. Neben den individuellen, ärztliche abgestimmten Behandlungen ist aber eines in der Therapie übereinstimmend: die Ernährung steht auf dem Prüfstand.

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Billionen von Mikroorganismen und Bakterien leben auf unserer Haut, im Mund oder im Darm – sie werden Mikrobiom genannt. Jeder Mensch hat seine ganz eigene Bakterienzusammensetzung, sie ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Vor allem die Bakterien im Darm stehen derzeit im Fokus der Wissenschaftler. So zeigen erste Forschungsergebnisse, dass das Mikrobiom nicht nur unsere (Darm)gesundheit, unser Immunsystem und unser Gewicht steuert, sondern auch unsere psychische und seelische Verfassung sowie unseren Alterungsprozess. Neben der hoch spannenden Darstellung des aktuellen Forschungsstands zeigt das Buch, wie wir selbst mit der richtigen Pflege unseres Superorgans chronische Erkrankungen verhindern und länger gesund leben.

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Tipps zum Umgang mit einem Reizdarmsyndrom, allgemeinen Reizdarm-Beschwerden und Darmentzündungen:

Was du – nach Abklärung mit einem Arzt – auch selbst begleitend zur ärztlichen Therapie tun kannst:

1. Esse eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung; viel Gemüse und gesunde Omega-3-Fettsäuren gehören auf deinen Speiseplan.

2. Nimm dir Zeit beim Essen: In der Ruhe liegt die Kraft – besonders bei der Nahrungsaufnahme.

3. Halte mindestens eine 5-stündige Pause zwischen den einzelnen Mahlzeiten ein. Deine Verdauung muss in einen guten Rhythmus kommen.

4. Trinke ausreichend – natürlich Wässer oder ungesüßte Tees. Auch das hilft deiner Verdauung dabei, den Nahrungsbrei bestmöglich durch den Körper zu bringen und ihn zu verwerten.

5. Bevorzuge eine FODMAP-arme Ernährung, also Lebensmittel, die auf bestimmte Zuckerarten und natürlich auf Alkohol verzichtet. Oftmals wird zur beginnenden Therapie eines Reizdarmsyndroms eine 4- bis 6-wöchige FODMAP-arme Ernährung empfohlen. Länger sollte diese aber dann auch nicht gehen.

6. Bewege dich regelmäßig. Denn körperliche Bewegung befördert auch das ganze Verdauungssystem, speziell den Darm.

7. Leichter gesagt als getan: Vermeide Stress. Vielen Reizdarm-Patienten werden Entspannungsübungen, spezielle Atemtechniken und Bewegungstherapien empfohlen.

Darm-Gesundheit und Ernährung

Darm_Ballaststoffe

Ernährungsexperten haben dieses sensible Organ im Fokus – und so ist es nur natürlich, dass entsprechende Ernährungsprogramme, bestimmte Lebensmittel und Kombinationen daraus genau geprüft werden. Von einer ballaststoffreichen Ernährung weiß man, dass sie allgemein dem Darmorganismus guttut. Dass aber auch Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts durch Ernährung maßgeblich mit geheilt werden, ist relativ neu.

So ist erst seit Kurzem bekannt, dass aufgrund einseitiger und ungesunder Ernährung eine sogenannten Bakterienverarmung entstehen kann. Diese kommt nicht über Nacht; sondern wird über Jahrzehnte und dann sogar noch generativ entwickelt, also weiter vererbt. Ein Zuwenig an diesen gesunden Bakterien lässt aber Magen-Darm-Erkrankungen entstehen oder befördert sie. Dass Entzündungen im Körper auch durch Ernährung mit beeinflusst werden, ist ebenfalls eine relativ neue Erkenntnis – und findet natürlich bei der Behandlung diverser Darmerkrankungen ihren Einzug.

Neugierig geworden, auf das große und spannende Universum Darm? Dann lies in unseren Büchern, was es mit den jeweiligen Erkrankungen auf sich hat, wie man seinen Darm „gesund essen“ kann und was man sonst noch beachten sollte, um seine Darmgesundheit – und damit seine allgemeine Gesundheit – zu befördern.

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Dass eine kluge und gesunde Ernährung der Schlüssel für unsere Gesundheit und für ein längeres Leben ist, hat sich schon längst herumgesprochen. Doch oft impliziert gesunde Ernährung Verzicht und wenig Genuss. Momente des Genießens helfen aber, uns vor dem Stress im Alltag zu schützen, und stellen den negativen Gefühlen positive entgegen. Das Buch erklärt genau, wie es gelingen kann, Genuss mit Heilung im Alltag aktiv zu verbinden.
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